Über mich

Foto: Sarah Jonek, Bielefeld

Als Schüler brachte ich den Backenzahn eines Mammuts mit in den Unterricht. Seitdem befasse ich mich aber auch mit weniger schwergewichtigen Themen aus Geschichte und Gegenwart.

Grundlage hierfür ist das Studium der Neuesten Geschichte in Münster (weitere Fächer waren Englische Philologie und Politikwissenschaft). Dem Studium (Promotion 1994) schlossen sich eine Tätigkeit als Ausstellungskurator zum historischen Gerichtswesen sowie eine Ausbildung zum PR-Journalisten an. Einige Jahre später führte mich der Weg zurück in den Wissenschaftsbetrieb. An der Universität Paderborn habe ich Neueste Geschichte und Geschichtsdidaktik gelehrt und 2004 habilitiert. Daraus resultiert mein Interesse an der öffentlichen – und verständlichen – Vermittlung historischer Erkenntnisse.

 

 

Neben der universitären Lehrtätigkeit bildete ich mich weiter und erhielt folgende Zertifikate:
- 2004 Hochschuldidaktischer Moderator (P.A.D. Paderborn Academic Development)
- 2011 Moderator für Kooperatives Lernen (Green-Institut Rhein-Ruhr)
- 2017 werde ich die Ausbildung zum Trainer für Interkulturelle Kompetenz (ESE Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung) abschließen.

 

 

Veröffentlichungen

Tiere im ersten Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg war ein industrialisierter Massenkrieg. Doch in das Grollen der Artilleriegeschütze und das Rattern der Maschinengewehre mischten sich millionenfaches Hufgetrappel, bellten hunderttausendfach Hunde und vernahm man den leisen Flügelschlag von Brieftauben. Millionen von Reit-, Last- und Zugtieren waren zwischen 1914 und 1918 für die Fortbewegung von Menschen und Material unverzichtbar. Und auch wenn nicht jeder Soldat mit Pferden, Meldehunden oder Militärbrieftauben zu tun hatte, so fochten doch fast alle ihren täglichen Kampf mit Läusen, Wanzen und Flöhen, die in den Quartieren und Schützengräben ebenso omnipräsent waren wie Ratten.

Fernab von gängigen Mythen und Heldengeschichten schildert Rainer Pöppinghege, wie im Ersten Weltkrieg massenhaft Tiere rekrutiert und eingesetzt wurden. Mit kundigem Blick auf die vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Tier fokussiert er einen vernachlässigten Aspekt der Historiographie und liefert einen aufschlussreichen Essay zum letzten großen Krieg, in den der Mensch mit dem Tier zog und der somit das Ende einer jahrtausendealten Kulturgeschichte markiert.

Wege des Erinnerns:
Was Strassennamen über das deutsche Geschichtsbewusstsein aussagen

Straßennamen dienen der alltäglichen Orientierung. Sie sind aber auch Teil der deutschen Erinnerungskultur. Das Buch bietet einen Überblick über die Geschichte der historisch bzw. politisch geprägten Straßenbenennungen in Deutschland vom ausgehenden 18. bis ins 21. Jahrhundert. Dabei begreift es Straßennamen nicht als „Spiegel der Geschichte“, sondern als Relikte der dominierenden Geschichtsbilder ihrer jeweiligen Entstehungszeit. Trotz aller politischen Umbrüche vor allem im 20. Jahrhundert erweisen sie sich als überraschend langlebig. Noch heute fährt man über den Kaiser-Wilhelm-Ring, die Rathenau-Straße oder die Adenauer-Allee. Und selbstverständlich darf in kaum einer Stadt die obligatorische Schillerstraße fehlen.

Anhand von 125 deutschen Städten, zeigt der Autor nicht nur, welche und wie viele geschichtspolitisch motivierte Benennungen es heute noch gibt, sondern auch, in welchen Orten, zu welchem Zeitpunkt und durch wen sie angeregt wurden. Außerdem geht er den zahlreichen Umbenennungsversuchen nach, die es in Folge der politischen Systemwechsel von 1918, 1933, 1945 und 1989 gegeben hat. So werden die „Wege des Erinnerns“ zu einem Kaleidoskop des deutschen geschichtskulturellen Selbstverständnisses.

Tiere im Krieg
Von der Antike bis zur Gegenwart

Die Menschheitsgeschichte ist voll von Kriegen – und in den meisten waren Tiere wichtige Teilnehmer. Sie wurden (und werden) als Trag- und Zugtiere verwendet, um Güter und Waffen zu transportieren, als Reittiere, um schnelle und weiträumige Angriffe durchzuführen, und auch als Nachrichtenübermittler wurden sie benutzt, ja sie dienten sogar selbst als Waffe. Auch als Symbole des Krieges erwiesen bestimmte Tiere sich als vielfältig verwendbar. Bei der militärischen Nutzung von Tieren waren die Menschen also stets erfindungsreich, von der Antike bis zur Gegenwart. Der vorliegende Band widmet sich diesem bisher nur wenig erforschten Thema. Er betritt Neuland.

Die Tiere im Krieg, die er behandelt, sind Elefanten und Pferde (die es zu einer eigenen Waffengattung, der Kavallerie, brachten), Löwen und Kamele, Brieftauben und Raben, und natürlich Hunde wie etwa 'Laika', die unfreiwillige russische Weltraumerkunderin, die zum Objekt medialer Kriegsdiskurse wurde. Aber auch Honigbienen bei der Minensuche und Maultiere im afghanischen Jihad gegen die Rote Armee findet der Leser 'im Einsatz'.